JIMMA, ÄTHIOPIEN – MÜNCHNEN
AMR NETZWERK

Slide Partnership Photos 24 Slide Nadia Collection 13sw Slide Lab photos 24

Slide Partnership Photos 24 Slide Nadia Collection 13sw Slide Lab photos 24

PARTNERSCHAFTEN

PARTNERSCHAFT ZWISCHEN:

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Klinikum der Universität München, Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin / Deutschland

&

Jimma University Medical Centre / Äthiopien

Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz in Afrika – ein globales Problem unbekannten Ausmaßes

Bakterien und andere Keime passen sich an, wenn sie antimikrobiellen Behandlungen wie mit Antibiotika ausgesetzt sind. Dadurch entsteht eine Resistenz gegen die eingesetzten Substanzen und die Medikamente verlieren ihre Wirkung. Eine antimikrobielle Resistenz (AMR) kann die Behandlung von häufig auftretenden Infektionen unmöglich machen. Dies führt zu erheblich höheren Kosten im Gesundheitswesen, längeren Behandlungen, Behinderungen und Tod. AMR ist ein globales Problem und muss daher weltweit bekämpft werden, denn es tritt in jedem Land dieser Welt auf.

MEHR ÜBER ÄTHIOPIEN

  • Äthiopien ist das älteste unabhängige Land und mit 114,7 Millionen Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Außerdem ist es das bevölkerungsreichste Binnenland der Welt. Abgesehen von einer fünfjährigen Besatzung durch Mussolinis Italien wurde Äthiopien nie kolonialisiert.
  • 2018 startete Premierminister Abiy Ahmed eine Kampagne zur politischen Liberalisierung seines Landes und versuchte, die Streitigkeiten mit Äthiopiens Nachbarn, insbesondere Eritrea, zu beenden. Das Parlament wählte Sahle-Work Zewde im Oktober 2018 zur ersten weiblichen Präsidentin Äthiopiens.
  • Die Lebenserwartung bei der Geburt liegt in Äthiopien bei 63 (m) bzw. 67 (w) Jahren.
  • Die Wahrscheinlichkeit, vor dem fünften Lebensjahr zu sterben, liegt bei 55,2 von 1.000 Geburten.

ÄthiopienPoligon

X CLOSE

Die Hauptursachen für diese Entwicklung sind der übermäßige Einsatz von antimikrobiellen Medikamenten – vor allem in der Landwirtschaft und der Tierhaltung – und unnötige Verschreibungen beim Menschen. Unsachgemäße Anwendung, falsche Dosierung und mangelndes Wissen bei Ärzt*innen und Patient*innen verschärfen das Problem. Ein weiterer Faktor ist die nicht zielgerichtete Antibiotikatherapie bei fehlendem mikrobiologischen Befund. Das Ausmaß der AMR in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC) ist weitgehend unbekannt, in erster Linie, weil relevante Daten fehlen.

Dies ist auch in Äthiopien der Fall: Das Land ist mit einer kontinuierlichen Zunahme von Antibiotikaresistenzen gegen verfügbare Antibiotika konfrontiert. Das genaue Ausmaß des Problems ist – wie in vielen LMICs – aus Mangel an Daten unbekannt. Aufgrund der begrenzten mikrobiologischen Infrastruktur in den meisten Teilen des Landes werden die resistenten Bakterien nicht identifiziert. So wissen selbst die Behörden nicht, welche Medikamente noch wirksam sind.

Lab photos 13

Aber nur diese Informationen ermöglichen es der Regierung, nationale Behandlungsrichtlinien zu entwickeln, und den Medizinern, das richtige Antibiotikum auszuwählen.

Die äthiopische Regierung hat die Notwendigkeit erkannt, diese Situation zu verbessern. Auf der Grundlage des nationalen sowie des bestehenden internationalen Engagements haben die beiden Partneruniversitäten beschlossen, dieses wichtige Problem der öffentlichen Gesundheit anzugehen und sich den globalen Bemühungen anzuschließen, die weitere Entwicklung der AMR zu stoppen.

Die gemeinsamen Bemühungen umfassen den Aufbau eines Datenerfassungssystems, eines Überwachungssystems und die Schulung von Laborpersonal zur Identifizierung von Bakterien. So soll herausgefunden werden, welche Bakterien klinisch relevante Infektionen und mögliche Resistenzen gegen die verfügbaren Antibiotikabehandlungen auslösen. Zudem erfolgt die Schulung von Ärzt*innen zum verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotikabehandlungen auf der Grundlage der verfügbaren Informationen. Darüber hinaus unterstützen die Partner die äthiopische Regierung bei der Entwicklung von standardisierten Behandlungsleitlinien auf der Grundlage der gesammelten Daten.

Dreiecke 01

eHEALTH

Unsere eHealth-Lösung

Ein wichtiges Problem, das identifiziert wurde, ist die unzureichende Kommunikation zwischen den betreuenden Ärzt*innen und dem Labor, das die erforderlichen Analysen durchführt. Die Testanfragen erfolgen auf Papier und gehen häufig auf dem Weg zum Labor mit den jeweiligen Proben verloren oder werden verzögert geliefert. Das Gleiche gilt für die Testergebnisse: Sie erreichen die Ärzt*innen oft erst spät oder gar nicht, sodass sie bei klinischen Entscheidungen nicht berücksichtigt werden können.

Deshalb entschieden sich die Partner für einen innovativen Ansatz und entwickelten gemeinsam mit IT-Spezialist*innen ein auf einer App beruhendes System für die Kommunikation zwischen Labor und Ärzt*innen. Damit wird die rechtzeitige Zustellung der Anfrage und des Testergebnisses sowie die Sammlung valider Daten für nachfolgende Analysen und die Entwicklung lokaler evidenzbasierter Leitlinien sichergestellt. Alle entwickelten Tools basieren auf der Basis von frei erhältlicher open-source Software. In Zusammenarbeit mit angrenzenden afrikanischen Regionen wurden die Tools weiter entwickelt und angepasst.

Sechs HKP-geförderte Partnerschaften arbeiten eng im Rahmen des Netzwerks COMBAT AMR zusammen, weil sie den gleichen Ansatz verfolgen und dieselbe IT-Lösung implementieren. COMBAT AMR ermöglicht den Vergleich und die gemeinsame Nutzung von Daten, den Austausch von Erfahrungen und Diskussionen über mögliche Lösungen zum Thema AMR. Das Netzwerk entwickelt regionale Empfehlungen zu AMR und schafft wichtige Synergien.

ALLE
PARTNERSCHAFTEN

GIZ HKP show all partners V2 TH
LMU KLINIKUM Logo gruen

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Klinikum der Universität München / Deutschland

Das Klinikum der LMU München ist ein Zentrum für Spitzenmedizin, medizinische Innovation und Forschung. Mit seinen beiden Standorten in Großhadern und im Stadtzentrum ist es eines der größten Krankenhäuser in Deutschland und Europa. In 29 Fachkliniken, 12 Instituten aus 7 Abteilungen und 50 interdisziplinären Zentren werden in ganz München jährlich rund 500.000 Patient*innen behandelt. Das Institut für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin mit seiner International Clinical Trial Unit (iCTU) ist seit mehr als 25 Jahren in der klinischen, epidemiologischen und biomedizinischen Forschung vor allem in afrikanischen Ländern mit den Schwerpunkten HIV, Tuberkulose und Tropenkrankheiten tätig.

Kontakt:

Dr. Arne Kroidl
LMU Klinikum der Universität München
Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin
Leopoldstraße 5
80802 Munich
akroidl@lrz.uni-muenchen.de

Current Logo of Jimma University

Jimma University Medical Centre / Äthiopien

Das Jimma University Medical Centre (JUMC) ist eines der ältesten öffentlichen Krankenhäuser des Landes mit einer Bettenkapazität von 800. Geografisch liegt es in der Stadt Jimma, 352 km südwestlich von Addis Abeba. Gegenwärtig ist es das einzige Lehr- und Überweisungskrankenhaus im Südwesten des Landes und versorgt jährlich etwa 16.000 Patient*innen stationär, 220.000 Patient*innen ambulant, 12.000 Notfälle und 4.500 Entbindungen, die aus dem Einzugsgebiet von etwa 15 Millionen Menschen in das Krankenhaus kommen.

Kontakt:

Dr. Esayas Kebede Gudina, PhD
Medizinisches Zentrum der Universität Jimma (JUMC),
P.O.Box 5058
Jimma
esakgd@gmail.com

WEITERE INFORMATIONEN

ABOUT

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Klinikum der Universität München / Deutschland

Das Klinikum der LMU München ist ein Zentrum für Spitzenmedizin, medizinische Innovation und Forschung. Mit seinen beiden Standorten in Großhadern und im Stadtzentrum ist es eines der größten Krankenhäuser in Deutschland und Europa. In 29 Fachkliniken, 12 Instituten aus 7 Abteilungen und 50 interdisziplinären Zentren werden in ganz München jährlich rund 500.000 Patient*innen behandelt. Das Institut für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin mit seiner International Clinical Trial Unit (iCTU) ist seit mehr als 25 Jahren in der klinischen, epidemiologischen und biomedizinischen Forschung vor allem in afrikanischen Ländern mit den Schwerpunkten HIV, Tuberkulose und Tropenkrankheiten tätig.

Kontakt:

Dr. Arne Kroidl
LMU Klinikum der Universität München
Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin
Leopoldstraße 5
80802 Munich
akroidl@lrz.uni-muenchen.de

LMU KLINIKUM Logo gruen

Jimma University Medical Centre / Äthiopien

Das Jimma University Medical Centre (JUMC) ist eines der ältesten öffentlichen Krankenhäuser des Landes mit einer Bettenkapazität von 800. Geografisch liegt es in der Stadt Jimma, 352 km südwestlich von Addis Abeba. Gegenwärtig ist es das einzige Lehr- und Überweisungskrankenhaus im Südwesten des Landes und versorgt jährlich etwa 16.000 Patient*innen stationär, 220.000 Patient*innen ambulant, 12.000 Notfälle und 4.500 Entbindungen, die aus dem Einzugsgebiet von etwa 15 Millionen Menschen in das Krankenhaus kommen.

Kontakt:

Dr. Esayas Kebede Gudina, PhD
Medizinisches Zentrum der Universität Jimma (JUMC),
P.O.Box 5058
Jimma
esakgd@gmail.com

Current Logo of Jimma University
AMR Network
AMR NETZWERK

Kumasi, Ghana – Hamburg

Asella, Äthiopien – Düsseldorf

Butare, Ruanda – Berlin

Nairobi, Kenia – Frankfurt

Kampala, Uganda – Leipzig

WEITER ZU KOLLABORATIONEN